„Nichts als gegeben hinnehmen“ Max von der Grün
Zum 100sten Geburtstag von Max-von-der-Grün
Dortmund und das Ruhrgebiet wurden die Heimat Max von der Grüns, zu ihr hatte er ein kritisch-liebevolles Verhältnis. Die Menschen hier waren nach seinem Schlag; ihr Alltag war Gegenstand seines literarischen Werks. Seine Romane spielten oft in Dortmund, ihre Themen aber spiegeln die Lage der Arbeitenden in jeder Gesellschaft, das zeigen die Übersetzungen in mehr als zwanzig Sprachen.
Konflikte mit Arbeitgebern, Gewerkschaften und Kollegen gleichermaßen lösten Zuspruch, Debatten und Anfeindungen aus. Max von der Grün wollte aufrütteln und genau darauf zielt auch das Jubiläum. Anlass bieten, einen Blick in die Bücherregale zu werfen, Romane und Erzählungen wieder oder neu zu lesen sowie die Diskussion über „Menschen und Verhältnisse“ aufzunehmen die Menschen auf den Autor aufmerksam machen, wenn sie über den Max-von-Grün Platz vor der Dortmunder Stadt- und Landesbibliothek, über Max-von-Grün-Straßen und -Wege gehen und Max-von-der-Grün-Schulen besuchen, neue Erkenntnisse über sein Werk im Kontext der Gegenwart gewinnen, anhand seines Nachlasses im Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt in Dortmund.
Max von der Grün 1926 – 2005
Max von der Grün stammte aus Franken; als Kriegsgefangener verbrachte er drei Jahre in den USA. 1951 kam er ins Ruhrgebiet und arbeitete bis 1963 als Bergmann auf der Zeche Königsborn in Heeren-Werve. Die Auseinandersetzungen um seinen Roman „Irrlicht und Feuer“ (1963) führten zu seiner Entlassung. In der Folge arbeitete er als freier Schriftsteller. Sein Jugendroman „Vorstadtkrokodile“ wurde ein Klassiker.
In „Wie war das eigentlich? Kindheit und Jugend im Dritten Reich“ warnte er, auch aus eigener Erfahrung, vor dem aufkommenden Rechtsextremismus. Romane, Erzählungen, Drehbücher, Hörspiele, Bühnenstücke und Sachbücher sowie journalistische Arbeiten machten ihn zu einem der bekanntesten deutschsprachigen Autoren.
Fritz Hüser-Gesellschaft e.V.
Arbeit und Alltag bestimmen wesentlich das Leben der Menschen und werden in unterschiedlichen Formen in Literatur und Kunst kreativ gestaltet und beschrieben. Die Zeugnisse dieses Schaffens sammelt, erhält, erforscht und präsentiert das Dortmunder Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt. Die Fritz Hüser-Gesellschaft unterstützt seit ihrer Gründung 1988 das Fritz-Hüser-Institut bei dieser kulturhistorisch bedeutenden Aufgabe. Sie unterhält Verbindungen zu Schriftsteller:innen, Gewerkschaften und zu literarischen Gesellschaften, Archiven, Museen und Forschungseinrichtungen
Veranstaltungsprogramm
Im Jahr 2026 feiern wir den 100. Geburtstag eines der bedeutendsten Autoren unserer Stadt: Max von der Grün. Zu diesem besonderen Anlass lädt die Fritz-Hüser-Gesellschaft gemeinsam mit dem Historischen Verein zu einem umfangreichen Programm ein. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Details zu unserer Ausstellung:
„Über Menschen und Verhältnisse – 100 Jahre Max von der Grün“ 11. März – 17. Mai, Stadt- und Landesbibliothek Dortmund Max-von-der-Grün-Platz 1–3, 44137 Dortmund
sowie zu den Lesungen und Vorträgen finden Sie Online unter
www.100jahremaxvondergruen.de
oder im Max-von-der-Grün-Flyer zum Download

