{"id":8478,"date":"2020-01-24T16:21:37","date_gmt":"2020-01-24T15:21:37","guid":{"rendered":"http:\/\/stadt.dortmund.de\/bibliothek\/blog\/aktuelles\/?p=8478"},"modified":"2020-01-24T16:21:37","modified_gmt":"2020-01-24T15:21:37","slug":"nachruf-auf-sabine-deitmer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stlb-blog.dortmund.de\/index.php\/2020\/01\/24\/nachruf-auf-sabine-deitmer\/","title":{"rendered":"Nachruf auf Sabine Deitmer"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-8479 alignright\" src=\"https:\/\/stadt.dortmund.de\/bibliothek\/blog\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Deitmer-300x283.jpg\" alt=\"Deitmer\" width=\"300\" height=\"283\" srcset=\"https:\/\/stlb-blog.dortmund.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Deitmer-300x283.jpg 300w, https:\/\/stlb-blog.dortmund.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Deitmer-768x725.jpg 768w, https:\/\/stlb-blog.dortmund.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Deitmer-1024x967.jpg 1024w, https:\/\/stlb-blog.dortmund.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Deitmer.jpg 1410w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Die VHS Dortmund und die Stadt-und Landesbibliothek der Stadt Dortmund trauern um die\u00a0 Krimiautorin Sabine Deitmer, die am Samstag, 11. Januar 2020, gestorben ist.<\/p>\n<p>Sabine Deitmer wurde 1947 in Jena geboren und ist in D\u00fcsseldorf aufgewachsen, sie studierte in Bonn und Konstanz Romanistik und Anglistik. Nach ihrem Studium lebte und arbeitete sie in Konstanz und Berlin, im Jahr 1978 zog sie nach Dortmund und war an der VHS Dortmund als Programmbereichsleiterin f\u00fcr die Bereiche Alphabetisierung, Franz\u00f6sisch und Literatur verantwortlich.<\/p>\n<p>Von April 1990 bis Dezember 2000 war sie beurlaubt und hat sich ihrer schriftstellerischen Karriere gewidmet. W\u00e4hrend dieser Zeit erschienen mehrere Kriminalromane, die auch erfolgreich f\u00fcr das Fernsehen verfilmt worden sind.<\/p>\n<p>Von Januar 2000 bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 2007 war sie wieder f\u00fcr die VHS Dortmund t\u00e4tig und leitete den Programmbereich Englisch.<\/p>\n<p>Ihre schriftstellerischen Anf\u00e4nge machte sie in der Gruppe \u201eFrauen schreiben\u201c, die sie Ende der 1970er Jahre zusammen mit Gisela Schalk und Bettina Rolfes gr\u00fcndete.<\/p>\n<p>Im Jahr 1988 erschien ihr Kurzgeschichtenband\u00a0 \u201eBye-bye, Bruno\u201c, 1990 folgte der Erz\u00e4hlband \u201e Auch brave M\u00e4dchen tun\u2019s\u201c. In diesen \u00a0Kurzgeschichten widmet sie sich Frauen, die ohne Skrupel nervige Chefs und andere l\u00e4stige M\u00e4nner ins Jenseits bef\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Legend\u00e4r sind ihre Buchpremieren, die anl\u00e4sslich einer Buchneuerscheinung allesamt in der Stadt-und Landesbibliothek stattfanden. Die VHS und die Stadt-und Landesbibliothek als Veranstalter mussten bei jeder Buchpremiere Nervenst\u00e4rke beweisen, weil die Besucherzahlen niemals vorher absehbar waren und teilweise das Fassungsverm\u00f6gen im Studio B sprengten.<\/p>\n<p>In ihren Kurzgeschichten und Romanen setzte sie bereits in den 1980er Jahren einen neuen Trend, in dem Frauen nicht l\u00e4nger die Opferrolle einnehmen.<\/p>\n<p>Ihre Protagonistinnen sind Frauen, die M\u00e4nner ermorden, weil sie von ihnen unterdr\u00fcckt und nicht akzeptiert werden; Frau konnte sich mit ihren T\u00e4terinnen, die zugleich Heldinnen waren, identifizieren.<br \/>\nIn ihrem ersten Roman\u201cKalte K\u00fcsse\u201c kreiert sie 1993 die Figur der Kommissarin Beate Stein.<\/p>\n<p>Der 2. Krimi mit Beate Stein erscheint im Jahr 1994 unter dem Titel: \u201eDominante Damen\u201c und wurde mit dem Deutschen Krimipreis (2. Platz) ausgezeichnet.<\/p>\n<p>Es folgten:\u00a0 \u201eNeonN\u00e4chte\u201c 1995; \u201eScharfe Stiche\u201c, 2004; \u201ePerfekte Pl\u00e4ne\u201c, 2007.<\/p>\n<p>F\u00fcr ihren Roman \u201eScharfe Stiche\u201c erhielt sie 2005 den Frauenkrimipreis der Stadt Wiesbaden, die AGATHE.<\/p>\n<p>Ihre Recherchearbeit betrieb sie mit gro\u00dfer Gr\u00fcndlichkeit. F\u00fcr diesen Roman, in dem ein Sch\u00f6nheitschirurg mit angen\u00e4hten Schweineohren in einem Plastiksack tot vor der eigenen Praxis liegt, beschaffte sie sich im Schlachthof einen Schweinekopf. Auf dem heimischen K\u0171chentisch experimentierte sie mit Nadel und Faden, um praktische Erkenntnisse im Umgang mit angen\u00e4hten Schweineohren zu erlangen.<\/p>\n<p>Im Jahr 2008 erhielt sie von der Autorengruppe Das Syndikat den Ehren-Glauser f\u00fcr ihr Gesamtwerk.<\/p>\n<p>In ihrem letzten Roman \u201ePerfekte Pl\u00e4ne\u201c setzte sie sich mit dem Thema Alter auseinander, ihre Kommissarin Beate Stein quittiert den Dienst.<\/p>\n<p>Nach diesem letzten Roman hat Sabine Deitmer, \u00e4hnlich wie ihre Kommissarin Beate Stein, ihre schriftstellerische Arbeit beendet, sie ver\u00f6ffentlichte nur noch einzelne Aufs\u00e4tze in diversen Anthologien.<\/p>\n<p>Nach ihrer Pensionierung genoss sie ihre freie Zeit, haderte jedoch mit den Beschwernissen des Alters. Ein Zitat aus einem Brief, den sie im Jahr 2008 anl\u00e4sslich einer Lesereise aus Meran schrieb: &#8222;Das Alter ist nicht lustig.&#8220;<\/p>\n<p>Ein Zitat des franko-kanadischen Schriftstellers Jack Kerouac charakterisiert Sabine Deitmer in einem einzigen Satz:<br \/>\n&#8222;Die einzigen Menschen, die mich interessieren, sind die Verr\u00fcckten, die verr\u00fcckt leben, verr\u00fcckt reden und alles auf einmal wollen, die nie g\u00e4hnen oder Phrasen dreschen, sondern wie r\u00f6mische Lichter die ganze Nacht brennen, brennen, brennen.&#8220;<\/p>\n<p>Sie war stets eine schillernde Pers\u00f6nlichkeit, die das Leben an der VHS durch ihre kreativen Ideen und unkonventionellen Probleml\u00f6sungsstrategien gepr\u00e4gt hat.<\/p>\n<p>Wer sie kannte, wird sich immer gerne an sie erinnern.<\/p>\n<p>Ulrike R\u00fcthing-Vollmer<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die VHS Dortmund und die Stadt-und Landesbibliothek der Stadt Dortmund trauern um die\u00a0 Krimiautorin Sabine Deitmer, die am Samstag, 11. 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