{"id":4033,"date":"2015-03-18T14:39:30","date_gmt":"2015-03-18T12:39:30","guid":{"rendered":"http:\/\/stadt.dortmund.de\/bibliothek\/aktuelles\/?p=4033"},"modified":"2015-03-18T14:39:30","modified_gmt":"2015-03-18T12:39:30","slug":"ausstellung-civitates-orbis-terrarum-im-zweiten-obergeschoss-der-zentralbibliothek","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stlb-blog.dortmund.de\/index.php\/2015\/03\/18\/ausstellung-civitates-orbis-terrarum-im-zweiten-obergeschoss-der-zentralbibliothek\/","title":{"rendered":"Ausstellung &#8222;Civitates orbis terrarum&#8220; im zweiten Obergeschoss der Zentralbibliothek"},"content":{"rendered":"<p><strong>Georg Braun, Franz Hogenberg<\/strong><br \/>\nIn insgesamt 6 B\u00e4nden sind in dieser Ausgabe mehr als 500 Stadtansichten und Pl\u00e4ne, Karten f\u00fcr die gesamte Welt enthalten. Es sind die qualitativ sch\u00f6nsten und umfangreichsten Stiche und Karten dieser Art des 16. Jahrhunderts.Im 16. Jahrhundert waren Reisen selbst f\u00fcr Reiche kaum erschwinglich. Umso wirkungsvoller schlug damals eine Kartensammlung ein: Ansichten von den St\u00e4dten der Welt, und revolution\u00e4r neu, perspektivisch gezeichnet.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/stadt.dortmund.de\/bibliothek\/blog\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/ausstelllung1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-4034\" alt=\"OLYMPUS DIGITAL CAMERA\" src=\"https:\/\/stadt.dortmund.de\/bibliothek\/blog\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/ausstelllung1-300x223.jpg\" width=\"300\" height=\"223\" srcset=\"https:\/\/stlb-blog.dortmund.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/ausstelllung1-300x223.jpg 300w, https:\/\/stlb-blog.dortmund.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/ausstelllung1-768x571.jpg 768w, https:\/\/stlb-blog.dortmund.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/ausstelllung1-1024x762.jpg 1024w, https:\/\/stlb-blog.dortmund.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/ausstelllung1.jpg 1069w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\n<strong>Kompendium &#8222;Civitates orbis terrarum&#8220;<br \/>\n<\/strong>Das Kompendium &#8222;Civitates orbis terrarum&#8220;, dass der Theologe und Herausgeber Georg Braun und der Kartograf Franz Hogenberg zwischen 1572\u20131617 in K\u00f6ln ver\u00f6ffentlichten, war der erste St\u00e4dtef\u00fchrer der Welt in Buchform &#8211; eine Sensation in sechs B\u00e4nden.Die Erstausgabe wurde zum Verkaufsschlager. Ab 1587 wurden die B\u00e4nde auch auf der Frankfurter Buchmesse angeboten.<\/p>\n<p><strong>Realistisch und Ma\u00dfstabgetreu:<br \/>\n<\/strong>Es ist unklar, wie die beiden K\u00fcnstler das geschafft haben: Die Karten, nach Augenschein gefertigt, sind manchmal pr\u00e4ziser als heutige Satellitenaufnahmen. Sie sind realistisch und ma\u00dfstabgetreu wiedergegeben und in ihrer Genauigkeit schlicht verbl\u00fcffend. Denn Braun und Hogenberg probierten etwas Neues aus und schufen damit etwas f\u00fcr die damalige Zeit Revolution\u00e4res: Sie f\u00fchrten die Perspektive in die Kartografie ein. Die Ansichten, die sich dadurch den Betrachter bieten, empfanden die Menschen der fr\u00fchen Neuzeit beinahe als ein Wunder. F\u00fcr sie war dieser Blick revolution\u00e4r, so revolution\u00e4r wie f\u00fcr uns noch vor wenigen Jahren die Satelliten-Perspektive auf die Welt.<\/p>\n<p><strong>Kavaliersperspektive <\/strong><br \/>\nDie Karten sind aus der so genannten Kavaliersperspektive, d.h. von einem erh\u00f6hten Standort aus gezeichnet, sei es vom Pferd (Kavalier = Reiter) oder von einem &#8222;Kavaliersturm&#8220; in Festungsanlangen. Doch diese Kavaliersperspektive entspricht auch einer geometrischen Formel, die der Mathematiker Bonaventura Francesco Cavalieri (1598-1647) ersonnen hatte: Durch die Verk\u00fcrzung der Seitenl\u00e4ngen kann mathematisch eine Vogelschau berechnet werden. Und so konnten die Menschen der damaligen Zeit St\u00e4dte von oben bewundern ohne sie \u00fcberfliegen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Auswahlkriterien:<\/strong><br \/>\nAuswahlkriterium f\u00fcr Braun und Hogenberg war nicht nur die Gr\u00f6\u00dfe einer Stadt, sondern auch ihre historische, wirtschaftliche oder politische Relevanz. Und so sind Karten von Fulda mit dem Heiligen Bonifatius, die Pfalz Karl des Gro\u00dfen in Fritzlar sowie Marburg, ber\u00fchmt wegen der Heiligen Elisabeth, aber auch wegen seiner Universit\u00e4t, vorhanden. Sogar Frankenberg ist verzeichnet, damals eine aufstrebende Handelsstadt, deren wohlhabenden B\u00fcrger schick mit der neuesten Mode bekleidet sind. Die Stoffe kamen aus dem hessischen Eschwege &#8211; auch einer Karte w\u00fcrdig -, weil die Stadt in der Tuchproduktion von weit \u00fcberregionaler Bedeutung war.<\/p>\n<p><strong>Erz\u00e4hlend<\/strong><a href=\"https:\/\/stadt.dortmund.de\/bibliothek\/blog\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/ausstellung2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-4035 alignleft\" alt=\"OLYMPUS DIGITAL CAMERA\" src=\"https:\/\/stadt.dortmund.de\/bibliothek\/blog\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/ausstellung2-300x223.jpg\" width=\"300\" height=\"223\" \/><\/a><strong>e Karten:<\/strong><br \/>\nDie Karten erz\u00e4hlen &#8211; anders als die heutigen Satellitenschnappsch\u00fcsse &#8211; Geschichten. Landschaften, Handel, Mode oder Verkehr, aber auch Kriegsszenen f\u00fchren dem Betrachter das damalige Leben vor Augen.<br \/>\nMandeln werden im italienischen Terracina geerntet, Thunfische &#8211; auch heute noch &#8211; an der spanischen K\u00fcste in C\u00e1diz gefangen. Und Modebegeisterte konnten sich informieren, was die Damen und Herren in den anderen Weltst\u00e4dten so trugen, in K\u00f6ln oder in London \u2013 oder im deutlich freiz\u00fcgigeren Venedig. Der Blick zum amerikanischen Kontinent mit Mexiko-Stadt oder zum Vorderen Orient nach Jerusalem brachte ein wenig Exotik in die heimische Allt\u00e4glichkeit. Diese Details sind es, die diese Kupferstich-Sammlung so herausragend machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Georg Braun, Franz Hogenberg In insgesamt 6 B\u00e4nden sind in dieser Ausgabe mehr als 500 Stadtansichten und Pl\u00e4ne, Karten f\u00fcr die gesamte Welt enthalten. 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